Wald und Wild: Wo ist das Problem? – Neue Ausgabe der Davert Depesche+ erschienen

Ein röhrender Hirsch auf einer Lichtung, ein grasendes Reh auf einer Wiese: Für viele Menschen ist die Vorstellung von einem Wald direkt mit Wild verknüpft. Die Tiere gehören schon seit ewigen Zeiten zu unseren Wäldern? Wie sieht das Zusammenleben in Zeiten aus, in denen nicht mehr Wolf und Bär, sondern Radfahrer und Jogger durch die Wälder streifen?

Junge Bäume wachsen nur im Schutz des Zaunes (Foto: Frank Christian Heute)

Die neue Ausgabe der Davert Depesche+ beleuchtet die Situation im Süden von Münster und zeigt, wo es noch Probleme im Verhältnis von Wald und Wild gibt. Sie erklärt, warum es Damhirsche in der Davert gibt und welche Auswirkungen sie auf die Wälder haben. Die Donnereiche im Wolbecker Tiergarten weiß von fürstbischöflicher Jagd zu berichten – wie auch ein Wildmeister zu Wort kommt, der sich also von Berufs wegen mit diesen Themen beschäftigt.

Wildschwein auf der Hut (Foto: Sven Bieckhofe)

In der neuen Davert Depesche+ können Sie all dies lesen. Sie liegt ab sofort an den bekannten Orten im Süden von Münster und im angrenzenden Münsterland aus. Die Depesche stellt die Aktivitäten des Projektes „Fit für den Klimawandel“ vor und informiert über aktuelle Veranstaltungen zum Thema im Gebiet. Sie ist kostenlos erhältlich und kann hier abgerufen werden. Viel Spaß beim Lesen!

Naturschutz und Klimawandel – Spaziergang im Venner Moor

24.03.2017 um 17.30 - 19.30 Uhr Uhr

Am Freitag, den 24. März 2017 findet ab 17.30 Uhr ein zweistündiger Spaziergang zu Naturschutz- und Klimaschutz-Maßnahmen im Venner Moor statt.

Im Venner Moor wurde noch bis in die 60er Jahre Torf abgebaut. Schon in den 70er Jahren sind vom Forstamt die ersten Gräben angestaut worden, so dass sich das Moor in einigen Bereichen wieder regenerieren konnte. Das Moorwachstum ist allerdings mit einem durchschnittlichen Zuwachs von einem Millimeter pro Jahr eine langwierige Angelegenheit. Heute steht das Gebiet unter europäischem Schutz, ist Lebensraum seltener Tier- und Pflanzenarten. Weil immer noch zu viel Wasser unkontrolliert das Gebiet verlässt, befinden sich diese Lebensräume allerdings in einem schlechten Zustand und sollen daher gezielt gefördert werden. Auf dem Spaziergang werden die Geschichte und die heutige Situation des Moores vorgestellt – und die Maßnahmen, die es fit für den Klimawandel machen sollen.

Moore sind nicht nur wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Tiere, sondern liefern auch wichtige ökologische Leistungen für den Menschen. Sie sorgen beispielsweise für die Speicherung und Reinigung von Wasser und reduzieren Überflutungs-Gefahren. Zudem spielen sie eine wichtige Rolle für die Minderung der Auswirkungen des Klimawandels, da sie bedeutende Kohlenstoff-Speicher sind: Moore speichern weltweit zweimal so viel Kohlenstoff wie Wälder. Durch Entwässerung und Abbau des Torfes wird der Kohlenstoff allerdings freigesetzt und stellt so eine bedeutende Quelle für die Treibhausgas-Emissionen dar. Umso wichtiger ist der Schutz dieser wertvollen Feuchtgebiete.

Der Spaziergang wird von Kerstin Wittjen (Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld), Michael Elmer (NABU-Naturschutzstation Münsterland) und Annika Brinkert (Uni Münster) geleitet. Die Teilnahme ist kostenlos; eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Treffpunkt ist der Parkplatz am Dortmund-Ems-Kanal. Bitte an festes Schuhwerk denken!

Eichen, Eschen und Extreme – Informationen für Waldbesitzer

Die NABU-Naturschutzstation Münsterland hatte zusammen mit dem Regionalforstamt Münsterland zu einer Informations-Veranstaltung eingeladen. Rund 40 private Waldbesitzer, Stadtförster und Vertreter des Staatswaldes waren am Mittwoch, den 22. Februar 2017, zusammengekommen, um sich über die Bedeutung des Klimawandels für ihre Wälder auszutauschen.

Michael Elmer begrüßte die Gäste im historischen Speicher auf Haus Heidhorn. Er berichtete über die aktuellen Untersuchungen zum Thema im Projekt „Fit für den Klimawandel“: Wie wirkt sich der Klimawandel auf die Wasserversorgung der Bäume aus? Wie geht es den Eichen im Süden von Münster? Und: Welche Entwicklungen können wir für die Zukunft erwarten?

Dr. Mathias Niesar, Leiter der Schwerpunktaufgabe Waldschutzmanagement von Wald und Holz NRW, beleuchtete in seinem Vortrag zunächst die allgemeine Situation der Waldbäume in Nordrhein-Westfalen. „Der Klimawandel stellt alle heimischen Arten vor besondere Herausforderungen und die Risiken für ihre Nutzung steigen“ so Niesar. Waldbesitzer sollten sich daher verschiedene Optionen für die Zukunft offen halten und die natürlichen Abwehrkräfte der Wälder fördern.

Dr. Mathias Niesar referierte über Waldschutz in Zeiten des Klimawandels

Die Eichen im Münsterland haben mit verschiedenen Stressfaktoren zu kämpfen: Stürme, Witterungsextreme, Trockenheit, aber auch die Stickstoff-Einträge durch die Luft. „Dies macht sie anfälliger für blattfressende Schmetterlingslarven im Frühjahr. Und dieser Fraß ist stets der Auslöser der sogenannten Eichen-Komplexkrankheit, der alleine aber nicht zu Eichensterbenssituationen führt. Kommt zum Beispiel wie in 2010 starker Mehltaubefall hinzu, sterben wie in den vergangenen Jahren in der Region geschehen zahlreicher Eichen ab.“ Aus Waldschutzgründen könne hier eine schnelle Entnahme der Bäume sinnvoll sein – in anderen Fällen empfahl Niesar jedoch das Belassen abgestorbener Eichen, um die biologische Vielfalt und damit auch die Abwehrkräfte der Wälder zu stärken.

Eine aktuelle Herausforderung ist das sogenannte Eschentriebsterben, dem viele heimische Eschen zum Opfer fallen. Niesar verdeutlichte das Ausmaß und die Symptome, an denen Waldbesitzer befallene Eschen erkennen können. Darüber hinaus gab er Handlungsempfehlungen für bewirtschaftete Wälder und erläuterte die Maßnahmen, mit denen die forstliche Zukunft der Eschen in NRW gesichert werden soll. „Denn“ so Niesar „die Esche ist gerade in Zeiten des Klimawandels eine wichtige Baumart, weil sie auf vielen unterschiedlichen Standorten wachsen kann.“

Referent und Waldbesitzer diskutierten angeregt über die Folgen, die sich aus den Erkenntnissen für Ihren Wald ergeben. Heinz-Peter Hochhäuser, Leiter des Regionalforstamtes Münsterland, sagte dazu: „Manchmal ist es auch sinnvoll, einfach mal zehn Jahre nichts zu tun und dann die natürlichen Prozesse im Wald zu nutzen.“ Die nächste Veranstaltung der Reihe „Wälder im Klimawandel“ wird am 17. Mai 2017 stattfinden. Die Details zum Termin werden frühzeitig über die üblichen Kanäle bekannt gegeben.

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