Venner Moor – von Schwämmen, Edelweiß und Klimawandel

22.09.2017 um 17.30 - 19.30 Uhr Uhr

Am Freitag, den 22. September 2017 findet ab 17.30 Uhr ein zweistündiger Spaziergang zu Naturschutz- und Klimaschutz-Maßnahmen im Venner Moor statt.

Im Venner Moor wurde noch bis in die 60er Jahre Torf abgebaut. Schon in den 70er Jahren sind vom Forstamt die ersten Gräben angestaut worden, so dass sich das Moor in einigen Bereichen wieder regenerieren konnte. Das Moorwachstum ist allerdings mit einem durchschnittlichen Zuwachs von einem Millimeter pro Jahr eine langwierige Angelegenheit. Heute steht das Gebiet unter europäischem Schutz, ist Lebensraum seltener Tier- und Pflanzenarten. Weil immer noch zu viel Wasser unkontrolliert das Gebiet verlässt, befinden sich diese Lebensräume allerdings in einem schlechten Zustand und sollen daher gezielt gefördert werden. Auf dem Spaziergang werden die Geschichte und die heutige Situation des Moores vorgestellt – und die Maßnahmen, die es fit für den Klimawandel machen sollen.

Moore sind nicht nur wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Tiere, sondern liefern auch wichtige ökologische Leistungen für den Menschen. Sie sorgen beispielsweise für die Speicherung und Reinigung von Wasser und reduzieren Überflutungs-Gefahren. Zudem spielen sie eine wichtige Rolle für die Minderung der Auswirkungen des Klimawandels, da sie bedeutende Kohlenstoff-Speicher sind: Moore speichern weltweit zweimal so viel Kohlenstoff wie Wälder. Durch Entwässerung und Abbau des Torfes wird der Kohlenstoff allerdings freigesetzt und stellt so eine bedeutende Quelle für die Treibhausgas-Emissionen dar. Umso wichtiger ist der Schutz dieser wertvollen Feuchtgebiete.

Der Spaziergang wird von Kerstin Wittjen (Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld), Michael Elmer (NABU-Naturschutzstation Münsterland) und Tim-Martin Wertebach (Uni Münster) geleitet. Die Teilnahme ist kostenlos; eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Treffpunkt ist der Parkplatz am Dortmund-Ems-Kanal. Bitte an festes Schuhwerk denken!

Holzrücken heute – Forstpraxis in Zeiten des Klimawandels

06.09.2017

Die NABU-Naturschutzstation Münsterland hatte zusammen mit dem Regionalforstamt Münsterland zu einer Informations-Veranstaltung eingeladen. Über 40 Waldbesitzer, Förster, Vertreter des Staatswaldes und weitere Interessierte waren zusammengekommen, um sich bei einer gemeinsamen Exkursion bodenschonende Methoden der Holzernte vorführen zu lassen.

Dr. Dirk Bieker begrüßte die Teilnehmer auf Haus Heidhorn und sprach ein paar kurze einleitende Worte zur Bedeutung bodenschonender Holzernteverfahren für die nachhaltige Waldbewirtschaftung. Der Waldboden kann bereits durch einmaliges Befahren in seiner Funktion als Speicher und Transportorgan für Wasser und Gas zerstört werden. Eine Regeneration von diesen Schäden kann Jahrhunderte dauern. Ungestörte Böden gehören daher zu den endlichen Ressourcen und sind ein schützenswertes Gut.

Nach kurzer Wanderung wurden die Exkursionsteilnehmer vom Unternehmer Thomas Hegemann aus Senden begrüßt, der an kurz zuvor gefällten Fichten die Vorteile einer hydraulischen Doppelseilwinde demonstrierte. Durch die Seilwinde können die Bäume von der Fläche gezogen werden, ohne dass der Boden durch die Befahrung von schweren Forstmaschinen verdichtet wird. Herr Hegemann wies auf die Bedeutung der Seilwinde für die Forstarbeit hin sowie auf die Gefahren, die bei der schweren Seilwindenarbeit zu beachten sind.

Am zweiten Exkursionspunkt demonstrierte die Firma Tobias Heite aus Schmallenberg den Einsatz einer Forstraupe. Diese ist ein geländegängiges Forstfahrzeug, das ebenfalls mit einer Seilwinde ausgestattet ist und dem Unternehmen hilft, Bäume auf die befahrbaren Rückewege zu seilen. Tobias Heite erklärte, dass diese Technik von seinem Unternehmen in erster Linie bei den Arbeiten im Staatswald zum Tragen kommt. Denn dort ist durch den FSC Zertifierungsstandard ein Rückegassenabstand von 40 Metern vorgegeben und damit eine flächige Bearbeitung durch einen Harvester nicht möglich.

Abschließend demonstrierte Patrick Thomas aus der Eifel und seine beiden Pferde die Arbeit mit Rückepferden: Transport von schweren Kiefernstämmen aus dem Wald und zielgenaue Ablage am Weg. Auf Nachfrage erklärte Herr Thomas, dass er seine Pferde durch Stimmkommandos, die Zügel und auch seine eigene Bewegung steuern kann. Die anstrengende Arbeit mit den Pferden wird heute in NRW nur noch von sehr wenigen Betrieben ausgeführt, obwohl Sie sehr gut für die schonende Bearbeitung der Waldböden geeignet ist.

Pferde und Rücker befinden sich derzeit im Einsatz für die NABU Naturschutzstation Münsterland e.V. und helfen dabei eine 100-jährige Kiefernmonokultur durch schrittweisen Umbau zu einem Eichenmischwald umzuwandeln und den Wald damit fit für den Klimawandel zu machen. Durch das bodenschonende Verfahren der Pferderückung brauchen keine neuen Rückegassen angelegt werden und eine Bodenverdichtung durch die Befahrung mit schweren Maschinen kann vermieden werden.

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