Referenzflächen

15 Referenzflächen wurden zur langfristigen Beobachtung der Waldentwicklung eingerichtet. Hier soll die Anpassungsfähigkeit von Waldökosystemen und deren Kohlenstoffbilanz einschließlich ihrer Waldböden gezielt erforscht werden. Als bedeutsame Waldtypen sind der Stieleichen-Hainbuchenwald sowie der Eichen-Ulmen-Auenwald vorhanden.

Referenzflächen-System

Dabei werden völlig ungenutzte Bereiche mit möglichst ähnlich ausgestatteten, aber forstwirtschaftlich genutzten Beständen verglichen. Die Referenzflächen sollen als Grundlage dienen, um die zukünftige Entwicklung unter unterschiedlichen Nutzungsintensitäten insbesondere unter den Aspekten Kohlenstoffbindung und Biodiversität zu beurteilen. Veränderungen während der kurzen Projektlaufzeit werden dokumentiert, wobei in diesem Zeitraum im Lebensraum Wald nur geringe Veränderungen zu erwarten sind.

Probekreis (schematisch)

Das Land NRW hat im Jahr 2013 mehr als 100 Wildnisentwicklungsgebiete ausgewiesen, von denen drei mit insgesamt etwa 100 ha Fläche im Projektgebiet liegen. Hier wird die Entwicklung weitgehend ohne forstliche Nutzung in deutlich größerer Tiefe als durch das übliche Monitoring erfasst. Langjährige Datenreihen aus zwei vorhandenen Naturwaldzellen werden ebenfalls mit einbezogen. Diese Untersuchungen sollen als Modell für die gesamte Norddeutsche Tiefebene übertragbare Daten liefern und das Netz der Referenzflächen bundesweit stärken.

Die Untersuchungen innerhalb der Referenzflächen haben 2014 begonnen und werden durch Fachgutachten ergänzt. Die Vorgehensweise orientiert sich an den Empfehlungen der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt für die Untersuchungen in Naturwaldreservaten:

Flugfalle zur Käfererfassung (Foto: Frank Köhler)
  • In jeder Referenzfläche (je 1 Hektar) werden vier Probekreise von jeweils 1.000 Quadratmeter Größe intensiv untersucht.
  • Dabei wird unter anderem die ober- und unterirdische Biomasse – lebend wie abgestorben – möglichst vollständig erfasst.
  • Diese Untersuchungen erlauben die Berechnung der Kohlenstoffvorräte der Feuchtwälder.
  • Ergänzt wird dies durch die umfangreiche Dokumentation des Bodenwasserhaushaltes.
  • Schließlich wurden ausgewählte Indikatorgruppen (Vegetation, Käfer, Brutvögel) erfasst und mit Vorkommen an Mikrohabitaten in Beziehung gesetzt.

Die Kombination von Kohlenstoffbilanzierung und Untersuchungen zur Biodiversität auf forstwirtschaftlich genutzten und nutzungsfreien Vergleichsflächen liefert überregional übertragbare Ergebnisse. Vor- und Nachteile von Stilllegungsflächen im Wald werden aktuell auch vor dem Hintergrund der Funktion des Waldes als Kohlenstoff-Speicher kontrovers diskutiert. Zu diesem Thema besteht daher ein großer Informations- und Forschungsbedarf.

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