Moorkörper-Revitalisierung

Im Rahmen von Voruntersuchungen wurde in mehreren ehemaligen Mooren ein großes Potential an langfristig im Torf zu sicherndem Kohlendioxid ermittelt. Daher wurden im Projekt umgangreiche Maßnahmen für die zur Revitalisierung von Torfkörpern und Moorwäldern in zwei ehemaligen Hochmooren durchgeführt.

Verfüllter und verschlossener Graben im Nottebrockmoor

Im 27 Hektar großen Nottebrockmoor wurden die zentralen Entwässerungsgräben durch den Einbau von Holzstauen und die Verfüllung der Gräben mit Sägespänen und Sägemehl in Anlehnung an die „Zuger Methode“ verschlossen. Vor der Verfüllung der Gräben wurde jeweils die Vegetation innerhalb des Grabens, in erster Linie Torfmoose, mit dem Bagger zur Seite gelegt und anschließend wieder auf den verfüllten Graben aufgebracht. Zudem wurden randliche Abflussgräben an zahlreichen Punkten kaskadenartig angestaut. Dadurch kann der Abbau des noch vorhandenen Torfkörpers gestoppt bzw. verlangsamt werden. Die im Moor gespeicherte Menge Kohlenstoff (insgesamt 5.300 t) kann so langfristig im Gebiet verbleiben.

Regulierbarer Stau im Venner Moor (Foto: Kerstin Wittjen)

Im Venner Moor (150 ha) wurde der Wasserhaushalt ebenfalls so weit optimiert, dass langfristig stellenweise wieder mit einer Torfakkumulation gerechnet werden kann: Instandsetzung eines undichten Dammkörpers, Errichtung von mehreren Stauen zwischen wasserführenden Torfstichen und gezielter Anstau von zahlreichen kleinen Entwässerungsgräben innerhalb des Waldbereiches. Die Maßnahmen wirken sich auf einer Fläche von etwa 90 Hektar aus. In diesem naturschutzfachlich wertvollen Gebiet ist mit einer flächigen Zunahme und Optimierung des FFH-Lebensraumtyp Moorwald (91DO) zu rechnen. Auf nährstoffreicheren Standorten wird der § 30-Biotoptyp Erlenbruchwald gefördert. Die weitere Entwicklung der Übergangsmoor-Bereiche (LRT 7140) wird entscheidend davon abhängen, wie sich der Gehölzaufwuchs aus Birke in den nächsten Jahren entwickelt.

Das Venner Moor wird naturschutzfachlich durch das Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld betreut. Weitere Informationen zu den dort durchgeführten Maßnahmen sind hier zu finden.

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