Wald und Wild – Informationen für Waldbesitzer

Die NABU-Naturschutzstation Münsterland hatte zusammen mit dem Regionalforstamt Münsterland zu einer Informations-Veranstaltung eingeladen. Rund 30 Waldbesitzer und Interessierte waren am Mittwoch, den 15. November 2017, zusammengekommen, um sich über das Zusammenspiel von Wald und Wild in Zeiten des Klimawandels für ihre Wälder auszutauschen.

Dr. Britta Linnemann, geschäftsführende Vorstandsvorsitzende der NABU-Naturschutzstation Münsterland, begrüßte die Gäste im historischen Speicher auf Haus Heidhorn. Sie berichtete über die aktuellen Untersuchungen zum Thema im Projekt „Fit für den Klimawandel“: Momentan sei die Naturverjüngung in den Wäldern im Süden von Münster stark eingeschränkt. Der Verbiss junger Eichen, aber auch von seltenen Baumarten wie der Flatterulmen reduziere die Vielfalt der Arten, da diese als Begleit- und Mischbaumarten ausfielen. „Naturverjüngung möglichst vieler Baumarten ist von elementarer Bedeutung für die Stabilität der Wälder in Zeiten des Klimawandels“, so Linnemann.

Im Anschluss stellte Stefan Schneider von der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft (ANW) erste Ergebnisse eines bundesweiten Modellprojektes zum Thema „Biodiversität und Schalenwildmanagement in Wirtschaftswäldern“ vor. Dort sollen zum ersten Mal bundesweit verlässliche wissenschaftliche Daten zur Beziehung von Rehen und Hirschen (sog. Schalenwild) auf der einen Seite und der Waldvegetation auf der anderen Seite erhoben werden. Mit Hilfe von rund 250 sogenannten „Weisergattern“ soll dabei das Gleichgewicht zwischen natürlicher Waldverjüngung und Schalenwildeinfluss unter sehr unterschiedlichen standörtlichen Rahmenbedingungen definiert werden.

Heinz-Peter Hochhäuser, Leiter des Regionalforstamtes Münsterland, sprach über die Vorkommen von Rehen, Damhirschen und Wildschweinen in den Wäldern des Münsterlandes. Die Wildbestände hätten in den letzten Jahren in den meisten Regionen von NRW zugenommen. Dies habe viele Gründe, unter anderem die Klimaveränderungen, die die natürliche Sterblichkeit der Jungtiere in den Wintermonaten senke. Alle drei Wildarten besäßen ein sehr unterschiedliches soziales Gefüge. Dies zu berücksichtigen sei für eine erfolgreiche Bejagung von grundlegender Bedeutung. Ferner seien Zeitraum und Art der Jagd zu beachten: „Wenn wir die Bestände reduzieren wollen, müssen wir neben dem Zuwachs verstärkt auch weibliche Tiere erlegen“, betonte Hochhäuser. Dafür empfahl er zum Beispiel, schon im Spätsommer die Einzeljagd zu nutzen. Sein Fazit: „Falsche Bejagung kann zu einer erhöhten Reproduktion der Bestände führen, das Verhalten des Wildes verändern und sogar eine Zunahme der Schäden bewirken.“

Abschließend stellte Peter Markett, beratender Berufsjäger des Davert-Hochwildrings, die revierübergreifende Jagdausübung in der Davert vor. Dort konnten wertvolle jagdpraktische Erfahrungen gesammelt werden, die auch in anderen Regionen umgesetzt werden können.

Referenten und Zuhörer diskutierten angeregt über die Folgen, die sich aus den Erkenntnissen für Ihren Wald ergeben. Die nächste Veranstaltung der Reihe „Wälder im Klimawandel“ findet im März 2018 statt. Die Details zum Termin werden frühzeitig über die üblichen Kanäle bekannt gegeben.

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