Den Wald in die Grundschule bringen – Schulmodul übergeben

Übergabe des Unterrichtsmoduls wald.klima.schule durch Anuschka Tecker (2. von rechts) und Dr. Britta Linnemann (links) von der NABU-Naturschutzstation an Schulleiterin Astrid Bühl (rechts) und Imke Stange (hintere Reihe) von der Paul-Gerhardt-Schule in Münster-Hiltrup (Foto: Michael Grottendieck)

Die NABU-Naturschutzstation Münsterland hat heute das erste Unterrichtsmodul „wald.klima.schule“ für die Klassenstufen 3 und 4 an die Paul-Gerhardt-Schule (PGS) in Münster-Hiltrup übergeben. Es wurde im Rahmen des Projektes „Fit für den Klimawandel“ in Kooperation mit der PGS entwickelt. Das Modul enthält mehrere Unterrichtseinheiten zum Thema Wald und Klima und wird ergänzt durch ein Waldpaket mit Materialien zur Durchführung von Exkursionen. Interessierte Grundschullehrer können Modul und Waldpaket kostenlos über die NABU-Naturschutzstation beziehen.

Der Klimawandel bringt das Thema Wald und Klima auf die Tagesordnung der Umweltbildung, denn die Wälder allein können den übermäßigen CO2-Ausstoß auf der Erde nicht begrenzen. Dafür müssen die Menschen zum Handeln bewegt werden. Deshalb werden im Projekt „Fit für den Klimawandel“ Unterrichtsmodule entwickelt, die Lehrern bundesweit kostenlos zur Verfügung stehen. Ein Modul für Lehrer der Klassen 8 bis 10 wurde bereits im Juli 2017 veröffentlicht. Das neue Modul soll nun ebenfalls bundesweit verteilt werden, an Sachunterrichts-Lehrer der Klassen 3 und 4.

„Das Modul bietet eine sehr praktische Aufbereitung des Themas Wald und Klima für die Anwendung im Grundschulunterricht und auf Waldexkursionen“, betont Dr. Britta Linnemann, Vorstand der NABU-Naturschutzstation. Ganz im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung werden bei allen Einheiten Kompetenzen für die Gestaltung unserer Zukunft gefördert. So betrachten die Schüler strukturreiche Wälder im Hinblick auf die Artenvielfalt und erarbeiten Tipps für ein klimafreundliches Leben. Auf einer Waldexkursion schlüpfen sie in die Rolle von Bäumen und erfahren spielerisch, wie unterschiedliche Wälder auf Umweltveränderungen wie den Klimawandel reagieren könnten.

Schulordner mit Unterrichtsmodul und Walkpaket mit Materialien für Exkursionen

Ergänzend zu dem Unterrichtsmodul wurden Waldpakete mit Materialien zusammengestellt, die für die Durchführung der Exkursionen hilfreich sind. „Die bereits im Unterricht behandelten Lehrinhalte hautnah im Wald zu erleben, ist für Schüler eine besonders einprägsame Erfahrung“, stellt Anuschka Tecker fest, die die Module an der NABU-Naturschutzstation entwickelt hat. Im Waldpaket enthalten sind unter anderem Becherlupen für die Bestimmung von Tieren, ein Bestimmungsbuch für Bäume und Thermometer für den Vergleich der Temperatur innerhalb und außerhalb des Waldes.

Interessierte Lehrer können das Unterrichtsmodul und das Waldpaket kostenlos bei der NABU-Naturschutzstation Münsterland beziehen. Für den Erhalt der Waldpakete ist ein kurzer formloser Antrag nötig. Beide im Projekt erarbeiteten Module (3. bis 4. Klasse, 8. – 10. Klasse) stehen hier zum Download bereit.

Kontakt

Anuschka Tecker, wald@nabu-station.de, 02501-9719433

Feuchtwälder im Klimawandel – Fachtagung mit großer Resonanz

Teilnehmer der Tagung im Institut für Landschaftsökologie der WWU Münster

Am 15.-16. Februar versammelten sich rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Institut für Landschaftsökologie (ILÖK) der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU), um über die Erkenntnisse des Projektes „Fit für den Klimawandel“ zu diskutieren und einen Ausblick auf die Zukunft unserer Wälder zu werfen. Die NABU-Naturschutzstation Münsterland, der Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen, die WWU Münster und das Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld hatten geladen. Zum Abschluss des Waldklimafonds-Projektes sollten die Ergebnisse im Rahmen einer Fachtagung vorgestellt und durch Beiträge externer Experten in den Gesamtkontext gestellt werden.

Exkursion in die Davert (Foto: Diethild Nordhues-Heese)

Prof. Dr. Tillmann Buttschardt, geschäftsführender Direktor des ILÖK, begrüßte als Hausherr die Teilnehmer aus Naturschutz, Forst, Verwaltung, Forschung und privatem Waldbesitz. Das Grußwort aus Sicht der Waldbesitzer sprach Dr. Philipp Freiherr Heereman von Zuydtwyck, Präsident des Waldbauernverbandes Nordrhein-Westfalen. Er wies darauf hin, dass das Projekt „Fit für den Klimawandel“ ehrenamtlichen Naturschutz und privaten Waldbesitz zusammen gebracht habe – und dies könne dem Wald nur gut tun. Elke Steinmetz vom Bundesumweltministerium hob die im Projekt bundesweit vorbildliche Zusammenarbeit von Forst und Naturschutz hervor. „Einmalig ist zudem die Verbindung von Forschung im Wald, Kommunikation mit privaten Waldbesitzern und dem Transfer in die Schulen durch die Umweltbildung“, so Steinmetz.

Exkursion in die Hohe Ward

Dr. Britta Linnemann, Vorsitzende der NABU-Naturschutzstation Münsterland, und Heinz-Peter Hochhäuser, Leiter des Regionalforstamtes Münsterland, gaben einen Überblick über das Projekt „Fit für den Klimawandel“: In vier Jahren wurden vom Venner Moor bis zum Wolbecker Tiergarten umfangreiche Maßnahmen zur Stabilisierung der Wälder durchgeführt. Eine Reihe namhafter Fachleute trug anschließend in Fachvorträgen aktuelle Forschungsergebnisse aus ganz Deutschland vor. Gemeinsamer Tenor der Vorträge und Diskussionen war, dass eine stabile Zukunft für unsere Wälder nur durch die gemeinsame Herangehensweise aller Interessensgruppen möglich sei. Dabei sei ein langer Atem notwendig – zum Beispiel sollten die begonnenen Untersuchungen unbedingt langfristig fortgeführt werden. Den Abschluss der Tagung bildeten Exkursionen bei strahlendem Sonnenschein in die Davert, die Hohe Ward und das Venner Moor. Dort wurden die Waldgebiete vorgestellt und die im Projekt „Fit für den Klimawandel“ durchgeführten Aktivitäten diskutiert.

Weitere Informationen mit den Vorträgen, Postern und Exkursionen der Tagung zum Download finden Sie hier.

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