Fit für den Klimawandel – Neue Ausgabe der Davert Depesche+ erschienen

Der Mittelspecht profitiert von den im Projekt geförderten Altholzinseln (Foto: Theo Israel)

Seit vier Jahren werden die Wälder im Süden von Münster „fit für den Klimawandel“ gemacht. Die Arbeiten sind nun weitgehend abgeschlossen. Die letzte Ausgabe der Projektzeitschrift Davert Depesche+ gibt einen Überblick, was in den Wäldern und darüber hinaus passiert ist.

Durch den Klimawandel werden trockenere Zeiten auf Davert, Wolbecker Tiergarten, Hohe Ward und Venner Moor zukommen. Deshalb wurden die Bedingungen für die Bäume in diesen Waldgebieten verbessert: Verschließung oberflächiger Entwässerungsgräben, Umbau von Nadelholz-Reinbeständen zu artenreichen Mischwäldern sowie Sicherung von Altholzinseln. Um den Erfolg der Maßnahmen bewerten zu können, wurden sie von zahlreichen Untersuchungen wissenschaftlich begleitet. Zudem wurden Schulungsmaterialien zum Thema für Lehrkräfte und Waldbesitzer erstellt.

Die neue Davert Depesche+ liegt ab sofort kostenlos an den bekannten Orten im Süden von Münster und im angrenzenden Münsterland aus und kann hier abgerufen werden. Die Depesche stellt die Aktivitäten des Projektes „Fit für den Klimawandel“ vor und informiert über aktuelle Veranstaltungen zum Thema im Gebiet.

Viel Spaß beim Lesen!

Artenvielfalt in unseren Wäldern – Wie sieht der optimale Mix für unsere Wälder in der Zukunft aus?

Die NABU-Naturschutzstation Münsterland hatte mit dem Regionalforstamt Münsterland zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Über 20 private Waldbesitzende, Förster und Vertreter des Staatswaldes waren zusammengekommen, um über die Artenvielfalt in unseren Wäldern zu sprechen.

Mittelspecht – in artenreichen Eichenwäldern zu Hause (Foto: Theo Israel)

Michael Elmer von der NABU-Naturschutzstation Münsterland begrüßte die Teilnehmer im historischen Spieker auf Haus Heidhorn. Er ging in seinem einleitenden Vortrag auf die biologische Vielfalt in unseren Wäldern ein. Aktuelle Forschungsergebnisse aus den Wäldern im Süden von Münster zeigten, dass die Waldbesitzer über die Bewirtschaftung einen Einfluss auf die Artenvielfalt nehmen können. Es wurde jedoch auch deutlich, dass ökonomisch wertvolle Bäume zusammen mit naturschutzfachlich wertvollen Exemplaren auf gleicher Fläche entwickelt werden können. Dadurch lässt sich die Artenvielfalt fördern, ohne wesentliche Einbußen bei der Holznutzung in Kauf nehmen zu müssen.

Lena Wegner vom Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen gab den Waldbesitzenden praktische Tipps zur Förderung der Artenvielfalt in ihren Wäldern. Dies waren zum Beispiel das Belassen alter Bäume und Totholz, die Entwicklung von Waldrändern oder der Aufbau von strukturreichen Mischbeständen. Wegner betonte die herausragende Bedeutung der heimischen Eichen für die Biodiversität. Sie wies in diesem Zusammenhang auf die Möglichkeiten hin, mit denen sich Waldbesitzer eventuelle Ertragsverluste mittels forstlicher Förderung durch das Land kompensieren lassen können. Ansprechpartner ist hier das Regionalforstamt mit den betreuenden Forstleuten vor Ort.

Der seltene Schwarzspecht ist in der Davert zu Hause (Foto: Theo Israel)

Zusammen mit Heinz-Peter Hochhäuser, dem Leiter des Regionalforstamtes Münsterland, gingen die Referenten auf die Fragen der Zuhörer ein. Gemeinsamer Tenor der Diskussion: Die Mischung macht´s. Mischbestände aus Eichen, Buchen, anderen heimische Laubbäumen, hier und da durch Nadelhölzer ergänzt, können gemeinsam einen stabilen, nachhaltigen Wald bilden. Die dadurch geförderte biologische Vielfalt ist förderlich für die Stabilität des Waldes und sichert dadurch auch wieder dessen ökonomischen Wert. Dabei ist auch eine große genetische Vielfalt innerhalb der Bestände von Vorteil für die Zukunft, da sich diese Wälder besser an wechselnde Klimabedingungen anpassen können. Einig war man sich, dass die einheimischen Eichen im Münsterland den Waldbesitzenden auch unter den zu erwartenden Klimaänderungen gute Erträge versprechen.

Mit diesem Abend auf Haus Heidhorn endete die Reihe von Informations-Veranstaltungen für Waldbesitzer im Rahmen des Projektes „Fit für den Klimawandel“. Die Teilnehmer waren sich über den großen Nutzen der Veranstaltungen einig und vereinbarten, den Gesprächsfaden auch nach dem Ende des Projektes nicht abreißen zu lassen.

Den Wald in die Grundschule bringen – Schulmodul übergeben

Übergabe des Unterrichtsmoduls wald.klima.schule durch Anuschka Tecker (2. von rechts) und Dr. Britta Linnemann (links) von der NABU-Naturschutzstation an Schulleiterin Astrid Bühl (rechts) und Imke Stange (hintere Reihe) von der Paul-Gerhardt-Schule in Münster-Hiltrup (Foto: Michael Grottendieck)

Die NABU-Naturschutzstation Münsterland hat heute das erste Unterrichtsmodul „wald.klima.schule“ für die Klassenstufen 3 und 4 an die Paul-Gerhardt-Schule (PGS) in Münster-Hiltrup übergeben. Es wurde im Rahmen des Projektes „Fit für den Klimawandel“ in Kooperation mit der PGS entwickelt. Das Modul enthält mehrere Unterrichtseinheiten zum Thema Wald und Klima und wird ergänzt durch ein Waldpaket mit Materialien zur Durchführung von Exkursionen. Interessierte Grundschullehrer können Modul und Waldpaket kostenlos über die NABU-Naturschutzstation beziehen.

Der Klimawandel bringt das Thema Wald und Klima auf die Tagesordnung der Umweltbildung, denn die Wälder allein können den übermäßigen CO2-Ausstoß auf der Erde nicht begrenzen. Dafür müssen die Menschen zum Handeln bewegt werden. Deshalb werden im Projekt „Fit für den Klimawandel“ Unterrichtsmodule entwickelt, die Lehrern bundesweit kostenlos zur Verfügung stehen. Ein Modul für Lehrer der Klassen 8 bis 10 wurde bereits im Juli 2017 veröffentlicht. Das neue Modul soll nun ebenfalls bundesweit verteilt werden, an Sachunterrichts-Lehrer der Klassen 3 und 4.

„Das Modul bietet eine sehr praktische Aufbereitung des Themas Wald und Klima für die Anwendung im Grundschulunterricht und auf Waldexkursionen“, betont Dr. Britta Linnemann, Vorstand der NABU-Naturschutzstation. Ganz im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung werden bei allen Einheiten Kompetenzen für die Gestaltung unserer Zukunft gefördert. So betrachten die Schüler strukturreiche Wälder im Hinblick auf die Artenvielfalt und erarbeiten Tipps für ein klimafreundliches Leben. Auf einer Waldexkursion schlüpfen sie in die Rolle von Bäumen und erfahren spielerisch, wie unterschiedliche Wälder auf Umweltveränderungen wie den Klimawandel reagieren könnten.

Schulordner mit Unterrichtsmodul und Walkpaket mit Materialien für Exkursionen

Ergänzend zu dem Unterrichtsmodul wurden Waldpakete mit Materialien zusammengestellt, die für die Durchführung der Exkursionen hilfreich sind. „Die bereits im Unterricht behandelten Lehrinhalte hautnah im Wald zu erleben, ist für Schüler eine besonders einprägsame Erfahrung“, stellt Anuschka Tecker fest, die die Module an der NABU-Naturschutzstation entwickelt hat. Im Waldpaket enthalten sind unter anderem Becherlupen für die Bestimmung von Tieren, ein Bestimmungsbuch für Bäume und Thermometer für den Vergleich der Temperatur innerhalb und außerhalb des Waldes.

Interessierte Lehrer können das Unterrichtsmodul und das Waldpaket kostenlos bei der NABU-Naturschutzstation Münsterland beziehen. Für den Erhalt der Waldpakete ist ein kurzer formloser Antrag nötig. Beide im Projekt erarbeiteten Module (3. bis 4. Klasse, 8. – 10. Klasse) stehen hier zum Download bereit.

Kontakt

Anuschka Tecker, wald@nabu-station.de, 02501-9719433

Feuchtwälder im Klimawandel – Fachtagung mit großer Resonanz

Teilnehmer der Tagung im Institut für Landschaftsökologie der WWU Münster

Am 15.-16. Februar versammelten sich rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Institut für Landschaftsökologie (ILÖK) der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU), um über die Erkenntnisse des Projektes „Fit für den Klimawandel“ zu diskutieren und einen Ausblick auf die Zukunft unserer Wälder zu werfen. Die NABU-Naturschutzstation Münsterland, der Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen, die WWU Münster und das Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld hatten geladen. Zum Abschluss des Waldklimafonds-Projektes sollten die Ergebnisse im Rahmen einer Fachtagung vorgestellt und durch Beiträge externer Experten in den Gesamtkontext gestellt werden.

Exkursion in die Davert (Foto: Diethild Nordhues-Heese)

Prof. Dr. Tillmann Buttschardt, geschäftsführender Direktor des ILÖK, begrüßte als Hausherr die Teilnehmer aus Naturschutz, Forst, Verwaltung, Forschung und privatem Waldbesitz. Das Grußwort aus Sicht der Waldbesitzer sprach Dr. Philipp Freiherr Heereman von Zuydtwyck, Präsident des Waldbauernverbandes Nordrhein-Westfalen. Er wies darauf hin, dass das Projekt „Fit für den Klimawandel“ ehrenamtlichen Naturschutz und privaten Waldbesitz zusammen gebracht habe – und dies könne dem Wald nur gut tun. Elke Steinmetz vom Bundesumweltministerium hob die im Projekt bundesweit vorbildliche Zusammenarbeit von Forst und Naturschutz hervor. „Einmalig ist zudem die Verbindung von Forschung im Wald, Kommunikation mit privaten Waldbesitzern und dem Transfer in die Schulen durch die Umweltbildung“, so Steinmetz.

Exkursion in die Hohe Ward

Dr. Britta Linnemann, Vorsitzende der NABU-Naturschutzstation Münsterland, und Heinz-Peter Hochhäuser, Leiter des Regionalforstamtes Münsterland, gaben einen Überblick über das Projekt „Fit für den Klimawandel“: In vier Jahren wurden vom Venner Moor bis zum Wolbecker Tiergarten umfangreiche Maßnahmen zur Stabilisierung der Wälder durchgeführt. Eine Reihe namhafter Fachleute trug anschließend in Fachvorträgen aktuelle Forschungsergebnisse aus ganz Deutschland vor. Gemeinsamer Tenor der Vorträge und Diskussionen war, dass eine stabile Zukunft für unsere Wälder nur durch die gemeinsame Herangehensweise aller Interessensgruppen möglich sei. Dabei sei ein langer Atem notwendig – zum Beispiel sollten die begonnenen Untersuchungen unbedingt langfristig fortgeführt werden. Den Abschluss der Tagung bildeten Exkursionen bei strahlendem Sonnenschein in die Davert, die Hohe Ward und das Venner Moor. Dort wurden die Waldgebiete vorgestellt und die im Projekt „Fit für den Klimawandel“ durchgeführten Aktivitäten diskutiert.

Weitere Informationen mit den Vorträgen, Postern und Exkursionen der Tagung zum Download finden Sie hier.

Schwerpunktheft des Projektes in Allgemeiner Forstzeitschrift

Das Projekt „Fit für den Klimawandel“ ist Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe der Allgemeinen Forstzeitschrift für Waldwirtschaft und Umweltvorsorge (AFZ-DerWald). In fünf Beiträgen stellt das Projekt die wesentlichen Ziele, Ergebnisse und Schlussfolgerungen von Maßnahmen über Begleitforschung bishin zum Transfer vor.

In den Beiträgen werden die bisher umgesetzten Maßnahmen vorgestellt: Rückbau von Entwässerungsgräben auf über 450 Hektar, Sicherung von über 3.000 Bäumen in mehr als 20 Altholzinseln, Entwicklung von artenreichen Eichen-Mischwäldern auf über 30 Hektar sowie hydrologische Optimierung von Torfkörpern und Moorwäldern im Nottebrockmoor und im Venner Moor.

Ferner wurde ein Monitoring-Konzept für Feuchtwälder auf der Basis von Probekreisen in Referenzflächen entwickelt und umgesetzt. Die umfangreichen Untersuchungen dienen als Basis für die Langzeitbeobachtung der Wälder im Klimawandel. Gleichzeitig ermöglichen sie die Beurteilung der Auswirkungen der Maßnahmen zur hydrologischen Optimierung sowie des forstlichen Nutzungsverzichtes.

All dies wird durch waldpädagogische Maßnahmen und eine breite Öffentlichkeitsarbeit begleitet. Durch Unterrichtsmodule für Lehrkräfte, einen Wald-Klima-Lehrpfad, eine Projektzeitschrift sowie über zahlreiche Informationsveranstaltungen und Exkursionen konnten viele Menschen erreicht werden – vor allem Schüler und Waldbesitzer. Dies trug maßgeblich zur Unterstützung der Projektziele durch die Bevölkerung in und um Münster bei.

Der gesamte Schwerpunkt aus Heft 2/2018 der Zeitschrift kann hier heruntergeladen werden.

Die AFZ-DerWald ist die bedeutendste deutschsprachige Mitteilungs- und Fachzeitschrift, mit der bundesweit alle staatlichen und kommunalen Forstbetriebe sowie der Großprivatwald erreicht werden. Zudem ist AFZ-DerWald ein wichtiges Infomedium für die forstlichen Versuchs-, Forschungs- und Lehranstalten in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Klima schützen leicht gemacht – Neue Ausgabe der Davert Depesche+ erschienen

Das Thema Klimaschutz hat es längst in die Köpfe der breiten Bevölkerung geschafft. Dass der Wald einer unserer größten Klimaschützer ist, wissen aber nur wenige. Er erzeugt kühle Frischluft und verbessert damit das lokale Klima. Weltweit binden Wälder große Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2), das den Klimawandel vorantreibt.

Die neue Ausgabe der Davert Depesche+ stellt den neuen Wald-Klima-Lehrpfad in der Hohen Ward vor. Auf dem gut zwei Kilometer langen Erlebnispfad können sich Besucher über die Zusammenhänge von Wald und Klima informieren – mit Hilfe von Infotafeln, Modellen zum Anfassen und einer App. Dabei werden auch Bäume in besiedelten Gebieten thematisiert. Sie sind wichtig für das Stadtklima, aber auch für die Artenvielfalt: beispielsweise profitiert der Waldkauz besonders von alten Stadtbäumen und brütet in darin vorhandenen Höhlen. Wir alle können den Wald und die Bäume beim Klimaschutz unterstützen, indem wir auf kleine Dinge achten, wie die Herkunft unserer Lebensmittel.

Die neue Davert Depesche+ liegt ab sofort kostenlos an den bekannten Orten im Süden von Münster und im angrenzenden Münsterland aus und kann hier abgerufen werden. Die Depesche stellt die Aktivitäten des Projektes „Fit für den Klimawandel“ vor und informiert über aktuelle Veranstaltungen zum Thema im Gebiet.

Viel Spaß beim Lesen!

Seite 1 von 612345...Letzte »
Menü