Stiel- und Traubeneiche

Eiche im Projektgebiet

Stiel- und Traubeneiche (Quercus robur  bzw. Q. petraea ) sind im Projektgebiet häufig vorkommende Baumarten. Vor allem die Stieleiche ist im Gegensatz zur Rotbuche besser an feuchte bis wechselnasse Standorte angepasst und hat auf solchen Standorten gegenüber der Rotbuche (Fagus sylvatica ) dauerhaft Konkurrenzvorteile. Auf trockeneren Standorten ist dagegen meist die Buche die Art, die sich ohne menschlichen Einfluss auf Dauer durchsetzen kann. Typische Vorkommen der Eichen sind die im Gebiet verbreitet anzutreffenden Eichen-Hainbuchenwälder auf staunassen Böden sowie die episodisch überfluteten Auenstandorte mit Eichen-Ulmen-Auwäldern. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts ist jedoch vielfach in den naturraumtypischen Landschaftswasserhaushalt dieser Standorte eingegriffen worden.

Die Vitalität der Eichenarten hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verschlechtert. Die als Komplexkrankheit „Eichensterben“ bezeichneten großflächigen Schäden an Eiche sind zwar keine neuartigen Phänomene. Für die Zukunft wird jedoch aufgrund häufiger werdender Witterungsextreme erwartet, dass die Schäden an Eichen zunehmen. Schwächungen der Vitalität der Eichen können durch sich schnell oder mehrfach ändernde Standortverhältnisse entstehen: Einerseits leiden Eichen unter „ungewohnter“ Trockenheit, andererseits kann eine zu lange Überflutungsdauer insbesondere bei älteren, daran nicht angepassten Beständen ebenfalls zu gravierenden Schäden führen. Geschwächte Eichen sind, wie andere geschwächte Gehölze auch, anfälliger für Insekten- oder Pilzbefall.

Baumkronen im Projektgebiet (Foto: Martin Franz)

Die Reaktion der Eiche auf Änderungen des Bodenwasserhaushaltes wird in ausgewählten Flächen genauer untersucht. Auf Flächen, auf denen sich in den vergangenen Jahren die hydrologischen Verhältnisse nachvollziehbar geändert haben, werden Wachstum und Vitalität der Eichen abgeschätzt – unter anderem mit dendrochronologischen Analysen. Mithilfe genetischer Untersuchungen wurden die Herkünfte der über 100-jährigen Bestände geklärt und ihr Anpassungspotenzial an sich ändernde Umweltbedingungen abgeschätzt. Drohnen-Befliegungen mit Multispektralaufnahmen geben zudem flächendeckende Aussagen zur Vitalität ganzer Waldbestände. Blattinhaltsanalysen sollen schließlich Einblicke in den Wasser- und Stoffhaushalt von Einzelbäumen geben.

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