Alt- und Totholzsicherung

Alt- und Totholz im Wald dienen der Stabilität und Vitalität des Ökosystems und leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Schaffung von naturnahen, struktur- und artenreichen Wäldern. Wenn Alt- und Totholz erhalten werden, bedeutet dies eine jahrzehntelange Form der Kohlenstoffspeicherung im Wald, zugleich erhöht es die biologische Vielfalt. Somit dient die Erhöhung des Anteils an Alt- und Totholz als Kohlendioxid-Senke der Sicherung des Kohlendioxid-Minderungspotentials des Waldes.

Ob ein Wald diese Funktion erfüllen kann, wird ausschlaggebend durch Art und Intensität der Bewirtschaftung beeinflusst. Zahlreiche Studien zeigen, dass eine langfristige Sicherung von Alt- und Totholz trotz des Zerfalls immer noch insgesamt produktive, langfristig als Kohlenstoffsenke fungierende Waldbestände zur Folge hat. So zählen Höltermann und Hiermer (2006)* die Erhöhung des Anteils an Totholz im Bestand zu den Maßnahmen, die auf eine langfristige Erhöhung des Kohlenstoffvorrates abzielen.

Altersheterogene Waldbestände fördern die Entwicklung eines naturraumtypischen Wasserhaushaltes. Der Erhalt von Althölzern bei Aufforstungsmaßnahmen oder Baumartenwechsel stärkt die Wasserrückhaltefunktion des Bodens, vermindert die Winderosion und den Oberflächenabfluss und sorgt durch Beschattung für geringere Temperaturschwankungen und somit teilweise für eine geringere Zersetzung der Humusauflage. Wenn Humus zersetzt wird, dann wird Kohlendioxid freigesetzt und dadurch die dauerhafte Kohlenstofffixierung in Waldböden gemindert. Strukturreiche, naturnahe, altersheterogene und biomassereiche Wälder sind darüber hinaus in der Lage, durch die gute Abpufferung von Temperaturextremen einen wichtigen Beitrag zur Abschwächung des Klimawandels zu leisten.

Tot- und Altholz steigern die Stabilität und die Anpassungsfähigkeit der Wälder, da sie häufig Habitate für Gegenspieler von Forstschädlingen sind. Altholzbewohnende Spechte sind beispielsweise natürliche Feinde der Larven des Eichenprachtkäfers und anderer Schädlinge. Ein struktur- und artenreicher, altersheterogener und naturnaher Bestand kann Schädlingsbefall besser verkraften. Mittel- bzw. langfristig hat dies ökonomische Vorteile für den Waldbesitzer.

Dieser Projektbaustein soll insbesondere Privatwaldbesitzern die Möglichkeit bieten, sich am Projekt zu beteiligen. Da die Sicherung von Alt- und Totholz nicht generell an weitere Maßnahmen gebunden ist, bietet dieser Projektbaustein eine überschaubare und wichtige Einstiegsmöglichkeit für die Privatwaldbesitzer in das Projekt.

Die Bedeutung von Alt- und Totholz für die Artenvielfalt im Wald wird in einem Video erklärt. Es ist im Projekt „Wertvoller Wald“ als Teil des Bundesprogramms Biologische Vielfalt entstanden.

* Höltermann, A., HIERMER, J.D. (Red.) (2006): Wald, Naturschutz und Klimawandel. BfN Skripten 185. Bonn-Bad Godesberg. 168 S.

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